"Tour de Fries" oder große Regen- und Gegenwindfahrradfahrt 2008

Eine Woche Radrundfahrt in Fries- und Ostfriesland. 

In diesem Jahr sollte es im Sommerurlaub wieder mal eine Fahrradreise werden.
Da bot sich die, von der Friesland-Touristik organisierte Wochentour quer durch Friesland bestens an. 
Vor allem sahen die im Internet aufgeführten sommerlichen Bilder hervorragend aus. 
Und so beschlossen wir beide, Heike und Heiko, gemeinsam diese Tour zu wagen.
 


1. Tag - Sonntag 17.08.  - Anreise von Braunschweig nach Wilhelmshaven

Heikes Tag:

Hallo Friesland, wir sind da!

Ankunft in Wilhelmshaven, mit dem Zug und den eigenen Rädern. 
Das Hotel Maris ist relativ schnell gefunden und dann zu Fuß erst einmal etwas die Gegend erkundet. Ganz schön weitläufig! Gönnen uns die 1. Kaffeepause und müssen schnell wieder zurück. Um18:00 Uhr ist Einweisung. Die wollen wir uns anhören. 
Die Reiseleiterin holt ganz schön weit aus. Für die Ersten 2 Tage hat sie bereits 30 Minuten verbraucht. Wenn das so weiter geht, sitzen wir um 22:00 Uhr immer noch hier. Sie hatte ihren Vortrag dann doch schon 19:00 Uhr fertig und wir holen die Räder und fahren noch einmal los. 
Zuerst haben wir den Weg zur Fähre abgefahren, um diese am Montag Morgen nicht zu verpassen. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem gemütlichen Auflaufrestaurant vorbei, wo wir spontan auf dem Rückweg anhalten um unser verdientes Abendbrot einzunehmen. Als wir zahlen, der erste Regen im Friesenland. 
Sollte nicht der letzte bleiben, aber das wussten wir da noch nicht.

Und so sah Heiko den Tag:

Leider hat Heike vergessen zu erwähnen, dass sie mich beim Umsteigen in Osnabrück gezwungen hat den Lift zum Bahnsteig zu benutzen. Anstatt wie ein Mann, mein Rad die Treppen hoch und runter zu tragen. Ganz schön weicheimäßig! 
Aber ansonsten hatte die Anfahrt nach Wilhelmshaven bestens geklappt. Und das Hotel hatten wir auch nur so schnell gefunden, da ich die beste Kartenleserin des Ostens bei mir hatte. 
Leider hatte Heike danach etwas geschwächelt und mir die Führung bei unserem kurzen Ausflug zu Fuß überlassen. Sie nennt das in ihrer Beschreibung zwar die Gegend erkunden, ich kann dazu nur sagen – schön Verlaufen! 
Aber trotz des „Gegend erkunden“ fanden wir den Südhafen und ein entsprechend nettes Cafe. 
Kurz vor18:00 Uhr sind wird dann in das Hotel zurück, zwecks Tour-Einweisung. 
Ich kann nur sagen, dass wir den schnellen Rückweg fanden war nicht mein Verdienst. Irgendwie ist Wilhelmshaven nicht meine Stadt. Orientierungsmäßig. 
Also ich fand die Einweisung, die erwähnten historischen Ereignisse und die Routentipps der Betreuerin recht interessant. Da ich aber Heikes Vorliebe für Museumsbesuche und den entsprechenden Erläuterungen dazu schon kannte, machte ich mir nach den ersten 5 Minuten ernsthaft Sorgen ob sie das ganze Programm auch unbeschadet überstehen würde. Zwar wurden nach und nach ihre Augen immer kleiner aber wenigsten ist sie nicht mit dem Kopf auf dem Tisch aufgeschlagen! 
Mit uns dabei waren übrigens ca. 26 andere Leute, welche sich auch für diese Radtour entschieden hatten. Leider musste ich, wie bei allen anderen bisherigen gebuchten Radtouren feststellen, dass wir den Alterdurchschnitt der Teilnehmer schwer nach unten drückten. Dabei wurde doch in den Kataloge nich das Mindestalter von 60 erwähnt! 
Nach der Einweisung und dem damit verbundenen Heikes erholsamen Nickerchen holten wir noch einmal unsere Räder, um den Weg zur Fähre für den nächsten Tag schon mal abzufahren. Was im übrigen gar nicht so einfach war. Ich meine jetzt nicht den Weg zu finden, sondern Heike zu überzeugen, an diesem Tag noch einmal auf das Fahrrad zu steigen. Ich musste eine mehrstündige Überzeugungsarbeit leisten ehe sie sich dazu überreden lies. Aber wie sie schon geschrieben hat, fanden wir nicht nur die Fährstation sondern auch ein kleines nettes Restaurant. Nach dem Essen ging es dann zurück ins Hotel und rechtzeitig ins Bett, da wir am nächsten Tag früh wieder raus mussten um die Fähre zu erwischen. 
Ich weiß gar nicht, was für Regen sie hier meint. Bei dem vielen Wasser was wir noch sehen sollten, kann ich mich daran gar nicht mehr an diese Tropfen erinnern.

Tageskilometer: 10,83 km


2. Tag - Montag 18.08.  - Von Wilhelmshaven nach Varel

Heikes Tag:

Es ist früh aufstehen angesagt. Die Fähre geht um 9:00 Uhr. D. h., 8:15 Uhr Start per Rad und deshalb meldet sich der Wecker bei mir bereits um7:00 Uhr, und das im Urlaub! An der Fähre angekommen ist doch glatt Ebbe. Also müssen wir die Räder einige Stufen nach unten auf das Schiff tragen. Aber das kennen wir ja schon vom Braunschweiger Bahnhof her. 
Die Überfahrt geht nach Eckwarderhörne. Dort ist erst mal Radsuchen angesagt. Wie gleich auf einmal so viele Räder aussehen, aber unsere Trinkflaschen geben sich zu erkennen. 
Jetzt heißt es ab aufs Rad und gegen den Wind. Ich hoffe das bleibt nicht so, dann hätte ich ja auch in die Berge fahren können! Die ersten Kilometer bummeln wir noch etwas. Müssen ja auch mal über den Deich schauen und Schafe fotografieren. Oder ins Land sehen. Sowie die Verfolger im Blick behalten. 
Der Erste richtige Stopp ist in der Seefelder Mühle, da gab es ein Cafe mit Kaffee! Ansonsten keine besonderen Vorkommnisse sind gegen 17:00 Uhr trocken im Hotel gelandet. Bei der anschließenden Stadtbesichtigung wieder Regen und wir erfahren, dass wir Varel am nächsten Samstag wieder sehen werden.Abendbrot gab es übrigens beim Italiener.

Und so sah Heiko den Tag:

Im großen und ganzen kann ich dem Bericht von Heike für diesen Tag zustimmen. 
Aber Heike, du hast vergessen, dass wir ab  Eckwarderhörne die ersten 10 Kilometer  Rückenwind hatten. Erst dann gab es Gegenwind. Was bei Einem von uns Beiden einen ganz schönen Geschwindigkeitseinbruch nach sich zog. Und der Eine bin ich aber nicht gewesen!
Und zum Schafe fotografieren will ich noch sagt haben, dass ich noch nie ein Schaf so schnell habe laufen sehen, wenn jemand in Fahrradkluft auf es zu gestürzt kommt. Tut mir ja Leid Heike, aber es war einfach nicht dein Tierfotografiertag! 
Zum Glück hatte ich ja auch meine Kamera mit dabei, so dass wir wenigstens ein paar Fotos mit Deichen und Schafen drauf bekommen konnten. 
Außerdem darf ich nicht vergessen, es war für mich der erste Tag mit den Apfelesspausen. Ich esse zwar überhaupt keine Äpfel aber ich glaube Heike hatte es in dieser Woche geschafft, in halb Friesland die Apfelbäume zu leeren. Diese Apfelesspausen sollten ab nun ein festern Bestandteil meines Tagesablaufs bilden. Wenn es eine Rast gab, gab es auch immer eine apfelkauende Heike. 
Ach so, die von Heike erwähnte Zusatztour von Wilhelmshaven nach Varel müssen wir nur machen, da die Bahn mir eine SMS geschickt hat, in welcher steht, dass ab kommendem Freitag von Wilhelmshaven aus nur noch Schienenersatzverkehr fährt. Und dort werden keine Räder mehr mitgenommen. Diese zusätzlichen 25 Kilometer per Rad zum nächsten regulären Bahnhof sollten ja kein Problem sein. Dachten wir bis dahin! 

Tageskilometer: 48,14 km


3. Tag - Dienstag 19.08. - Von Varel nach Bockhorn

Heikes Tag:

Heute ist der Start um 9:30 Uhr. Wir sind die Vorletzten, die die Tiefgarage mit den Rädern verlassen. 
Dank Heikos Navigationsgerätes, haben wir wenig Mühe unsere Wege zu finden. 
Die Landschaft ist sehr schön und man könnte fast denken wir sind die Einzigen weit und breit. Kaum eine Menschenseele, die uns begegnet, nur Schafe, Kühe und Pferde. Nur seltsam ist, dass wir auch nicht einem Fahrradfahrer begegnen?! 
Aber wir fahren die Tour de Fries nach Plan! 
Fast als Letzte gestartet und als Erste im Hotel. 14:15 Uhr sind wir schon da. Das Gepäck noch nicht da und weit und breit kein anderer von unseren 26 Mann zu sehen. 
Wir haben einen Minigolfplatz ausgemacht. Nur wenige Kilometer weiter und spielen 2 Runden. Natürlich mit einem Regenschauer dazwischen. Was sonst! 
Aber auf dem Rad hatten wir bis heute Glück. Sonne mit Wolken. Bis heute!  Ach ja, unsere Kaffeepause hatten wir mitten in der Pampas im Nirgendwo auf einem sehr schönem idyllischen Hof, dem Klosterhof Jührden. 
Abendbrot wieder beim Italiener und Heiko isst meine Pizza! 

Und so sah Heiko den Tag:

Ja genau. Heute waren wir die Vorletzten, die zur Tour gestartet sind. Und warum? Frauen! 
Aber wenigstens ist heute mal die Tour recht angenehm. Über die Hälfte der Strecke geht Richtung Norden. Und da der Wind beständig aus südlicher Richtung kommt macht das Rad fahren heute mal richtig Spaß. 
So kommen wir auch, wie schon gesagt, recht zeitig in Bockhorn an. 
Zum Glück hatte Heike vorher diesen Miniaturgolfplatz auf der Karte entdeckt, ansonsten ist nämlich in diesem Örtchen nicht viel los. Bei der ersten Runde Golf zockt sie mich dann so richtig ab. Bei der zweiten Runde lässt sie mich dann aber gewinnen, um mir meine gute Laune zu erhalten. Ich sage nur; spiele nie mit einer Profigolfspielerin! Auch wenn es nur Minigolf ist! 
Das Abendbrot war heute übrigens besonders preiswert, da der Italiener im Hotel heute Pizzatag hat. 
Von wegen ich esse ihre Pizza. Ich hatte nur als erster „hier“ geschrien als der Kellner kam. Ich habe ihr ja den Rücktausch angeboten. Wollte sie aber nicht. War aber auch was von lecker, Heikes Pizza! 
Der Verdauungsspaziergang nach dem Essen ist übrigens ausgefallen, wegen Regen. Macht nichts, dafür wird Morgen die Radtour etwas länger.

Tageskilometer: 52,26 km


4. Tag - Mittwoch 20.08. - Von Bockhorn nach Wittmund

Heikes Tag:

Heute steht laut Plan die zweitlängste Tour an und ich soll weniger Pausen einflechten, laut Heiko. Na mal sehen. 
Wir starten9:15 Uhr. Sind mal wieder als Letzte unterwegs. Dafür haben wir den morgendlichen Schauer hinter uns und fahren jetzt bei Sonne los! 
Wir sind bis Wiesmoor durchgefahren und nehmen dort unsere Kaffeepause, natürlich bei einem Italiener ein. 
Bin fast in den Kanal gestürzt! Meine Schuhe sind für nasse Untergründe einfach nicht geeignet: 
Da Heiko aber seine Kamera nicht griffbereit hatte habe ich es gelassen und mich lieber abgefangen.  Bis jetzt haben wir immer noch Sonne. Unweit von Wiesmoor auf einer Koppel bei Upschört, steht ein wunderschöner Friese mit einem Schimmel am Wegesrand. 
It´s photo - time! Und Kuschelzeit! Habe wohl mal wieder etwas gebummelt, denn es erwischt uns doch prompt das 1. Gewitter und wir stehen unter einer Eiche. Hilfe! Ist Gott sei dank nur ein kurzer Schauer. 
Also weiter, auf nach Amerika. Bis da waren wir noch trocken. 
Vor Rispel erwischt uns der nächste Schauer. Wieder unter einen Baum. Wieder ne Eiche! 
Mir scheint hier gibt es keine anderen Bäume! 
Auch diese Husche haben wir fast trocken überstanden. Dumm nur, dass wir der Husche hinterher gefahren sind, und das noch viel zu schnell! Keine 10 min. später haben wir sie wieder ein und es geht durch bis auf die Haut. 
Ich zeige Heiko mal, dass ich auch schnell fahren kann, es geht die letzten 5 km mit 25 km/h auf direktem Wege ins Hotel unter eine heiße Dusche! Die Stadterkundung gestaltet sich schwierig.18:00 Uhr ist etwas spät zum bummeln. Hier  werden nämlich schon die Bürgersteige hochgeklappt! Sonst ist die Stadt auch nicht so interessant.
Also Abendbrot im Hotel, Mittelmeer-Büfett , war echt sehr lecker und viel zu viel!

Und so sah Heiko denn Tag:

Kann mich gar nicht erinnern, dass ich mich über die vielen Pausen auf der Strecke beschwert habe sollte. 
Aber vielleicht dachte ich auch nur an die schnell schwindenden friesischen Apfelvorräte und wollte das Land vor einer Hungerkatastrophe retten! 
Was Heike vergessen hat zu erwähnen ist, dass Wiesmoor an diesem Tag ihr eigentliches Hauptziel war. 
Dort gibt es nämlich ein Gartencenter was „wir“ unbedingt besuchen mussten. 
Dafür hat sie mir dann aber die freie Auswahl des Cafes überlassen. Da aber kurz vorher der Satz von ihr fiel: „Hast du dort vorne den Italiener gesehen!“, war mein Entscheidungsraum recht stark eingeschränkt. 
Übrigens möchte ich an dieser Stelle mal festhalten, dass der „wunderschöne Friese“ den Heike unterwegs kuschelnder Weise angefallen hat, nicht irgendein armer Bauer am Wegesrand war, sondern dass ein Friese eine spezielle Pferdesorte ist, die dort in Friesland gezüchtet wird. 
Ich weiß gar nicht warum sie sich eigentlich beschwerte, dass wir uns bei dem Gewitter unter einer Eiche untergestellt hatten. Ich sagte ihr, sie könne sich ruhig nach Lehrbuchmeinung längs auf den Boden legen. Ich würde dies auch gerne mit ein paar Fotos dokumentieren. Wollte sie dann aber doch nicht!
Ansonsten ist der Tag so verlaufen, wie Heike es oben schon beschrieben hat. Das Einzige was mich wirklich noch überrascht hat, dass sie zu so einem schnellen Endspurt fähig war. Was so ein „bisschen“ Regen ausmachen kann.

Tageskilometer: 65,36 km



5. Tag - Donnerstag 22.08.- Von Wittmund nach Jever

Heikes Tag

Die längste Tour heute. Wir sitzen beim Frühstück und draußen regnet es. Aber wir haben noch Hoffnung! 
Durch wiederholtes Bummeln können wir dem Regen abermals entgehen. 
Es hört doch tatsächlich auf und die liebe Sonne kommt raus. 
Fahren schwatzend etwas schneller als sonst, und kommen gut voran. Überholen trotz letzter Startposition alle anderen und sind als erste in Carolinensiel am Hafen! 
Wir haben immer noch Sonne und ich wage meine „Beine“ abzuschnallen. Dies halte ich aber nur bis zur Nordsee in Harlesiel aus, beim Blick auf die See bemerken wir hinter uns eine schnell auf uns zukommende graue Wand. Schnell Beine wieder dran, 100 m weiter Regensachen drüber und schon geht es los, der 1. richtige Schauer der uns mitten im freien Feld am Deich erwischt! Gegenwind und sehr viel Wasser von oben machen das vorwärts kommen etwas schwieriger, aber auch diese Husche geht vorbei! Biegen ab nach Schilling um uns die Tageskaffeepause zu gönnen, ganz schön schlau, denn jetzt geht es erst richtig los, draußen tobt ein Unwetter. Wir müssen doch tatsächlich über 1,5 h im Cafe verweilen, nutze die Zeit gleich mal für die Urlaubspost. Nach dem großen Regen geht es weiter Richtung Jever, schaffen aber dieses Stück auch nicht unbeschadet, es erwischt uns schon wieder ein Guss, sind mal wieder nass von allen Seiten. Aber auch dieses Hotel verfügt über heißes Wasser! Jever ist die schönste Station von allen, eine sehr gemütliche, idyllische Kleinstadt mit viel Charme. Erkunden die meisten Gassen und den Schlosspark mit sehr zutraulichen Enten, Schwänen, Gänsen, Pfauen etc. haben aber leider nichts zum füttern dabei, werden morgen wieder kommen. Natürlich gibt es auch in Jever abends viel Regen, müssen uns mal wieder unterstellen und gönnen uns dann deutsche Küche im Bistro 17.

Und so sah Heiko denn Tag:

Ja, bis Harlesiel war die Welt noch in Ordnung. Schönes Wetter und Rückenwind. Und nur eine Apfelpause! Haben in kürzester Zeit über ein Drittel der Tagesstrecke geschafft. Und dann kam der Regen. Das Einzig tröstliche war, dass wir nicht alleine auf der Strecke waren. Wir überholen etliche andere Radfahrer, die genau so leiden müssen wie wir. In Schilling wollten wir eigentlich mal bis an den Nordseestrand vorstoßen. Aber alle Strände sind gut umzäunt und Zugang bekommt man nur per Bezahlung. Da aber schon die nächsten Regenwolken im Anzug sind, sparen wir uns lieber das Geld und werfen nur einen Blick über die Zäune. Das eingesparte Geld bekommt dann lieber der nächste Italiener, bei dem wir dann unsere lange Zwangsregenpause einlegen. Bis kurz vor Jever geht dann auch alles gut. Aber irgendwie mag uns dass Land nicht! Der nächste Regenguss erwischt uns genau dann, als es überhaupt keine Möglichkeiten zum Unterstellen gibt. Heike nimmt das gelassener. Schließlich hat sie ja auch ihre Polarausrüstung an. Ich dachte mir halt, umso weniger du an hast, umso weniger kann auch nass werden. Habe aber vergessen die Kälte mit in die Überlegungen einzubeziehen. In Jever geht es dann erst mal kreuz und quer durch die Stadt. Natürlich im Regen. Irgendwo muss doch dieses Hotel sein! Als wir endlich dort ankommen bekommen wir auch prompt am Empfang zu hören, dass wir doch die Letzten seinen! Natürlich meint der freundliche Herr hinterm Tresen, dass wir die letzten Ankömmlinge der ganzen Fahrradgäste sind. Hat er aber noch mal Glück gehabt! Ansonsten läuft der Tag wie Heike es oben schon beschrieben hat langsam im Regen aus. Ich bin heute Morgen schon vor der Zeit wach. Wer mich kennt, weiß dass das schon an ein Wunder grenzt! Es könnte aber auch an dem Hotelbett liegen, was mir langsam aber sicher Nackenschmerzen verursacht. 
Na ja, wenigsten war ich um diese Zeit der Erste beim Frühstück. So was habe ich auch noch nie geschafft! Beginne den Tag also gleich mit zwei persönlichen Rekorden. Und auch das nächste Highlight wartet schon. 

Tageskilometer: 68,34 km 


6. Tag - Freitag 22.08. - Von Jever nach Wilhelmshaven

Heikes Tag

Endlich mal ein Tag ohne Stress und so frühes Aufstehen! Da das Schloss erst um 10:00 Uhr öffnet können wir den Morgen ruhig angehen lassen. Weckzeit ist erst um 8:35 Uhr! Um 9:00 Uhr treffen wir uns zum Frühstück und alle anderen sind schon wieder hektisch im Aufbruch! Gegen 9:30 Uhr geht es in die Stadt, will noch in einen kleinen Schuhladen gucken, ja nur gucken J. Dieses geht dann sehr viel schneller als von mir gedacht, so dass wir noch genug Zeit für unsere gefiederten Freunde haben. Heiko hat schon mal 2 Brötchen besorgt! Es sind auch sofort alle vom Vorabend wieder da, sogar etwas sehr energisch, der Schwan ist ganz schön verfressen und bedrängt mich, ganz geheuer ist mir das nicht. Sind dann pünktlich um 10:00 Uhr im Museum. Ganz schön was los hier, einige Hochzeiten stehen an. Wir schauen uns das ganze Gebäude vom Keller bis zum Dach in Ruhe an, ja ich auch, alle Ausstellungen! Ist ganz nett gestaltet, nur an der Bausubstanz ist noch einiges zu tun! Kurz nach 12:00 Uhr radeln dann auch wir unsere „letzte“ Etappe in Richtung Wilhelmshaven. Da die Strecke relativ kurz ist darf ich auf den Ersten 20 km noch keine Kaffeepause einlegen, ich konnte ja nicht wissen, dass das Cafe welches ich in dieser Zeit gesehen habe das Einzige bleiben soll und somit keine Chance auf eine längere Pause besteht! Wir radeln also durch bis nach Wilhelmshaven direkt an die Nordsee. Es ist herrlich warm und Flut, man könnte glatt ins Wasser gehen, wenn man Badesachen dabei hätte. Hinter uns zieht mal wieder eine, man könnte fast sagen, schwarze Wand auf. Ich gebe uns genau 10 min um uns in Sicherheit zu bringen. Wie gut das es an der Strandpromenade ein Cafe gibt. Der dann herunterprasselnde Regen braucht fast 2 Stunden, danach machen wir uns erst mal auf ins Hotel, sonst sind nachher noch unsere Zimmer weg. War auch fast so, haben im Neubaubereich (Teil-Baustelle) noch 2 Zimmer bekommen, mit Schließkarten für die Außentür. Nach der warmen Dusche geht es wie immer noch mal raus, in Richtung Bahnhof und wie immer fängt es wieder an zu regnen. Als wir den Bahnhof durchschreiten entdecken wir doch glatt, die schon seit Tagen vermisste Innenstadt! Und die ist gar nicht so klein! Dazu gibt es dort auch noch ein Kino. Also erst mal Abendbrot essen, nein diesmal kein Italiener, Heiko darf aussuchen und es gibt chinesisch. Da ich schon wieder Jahrhunderte nicht im Kino war nutze ich die Chance und wir gehen in die Mumie, Spätvorstellung um 22:50 Uhr. Ein wenig Bedenken habe ich ja schon, dass ich nicht einschlafe, aber ich sehe den ganzen Film! Als wir wieder raus kommen regnet es immer noch, ich habe keine Lust im Regen ins Hotel zu laufen, wir gönnen uns ein Taxi, das war die günstigste Fahrt seit Jahrzehnten! Gerade mal 3,50 € hat uns die gekostet, das bezahlt man bei uns schon für das Einsteigen! Nun aber schnell schlafen, ein paar Kilometer müssen wir ja noch! Schnell schlafen von wegen, erst mal kommen wir nicht ins Hotel! Die Karten gehen nicht! In der Küche ist zwar wer, aber der hört uns nicht, zum Glück hat Heiko sein Handy dabei, über die Auskunft lässt er sich mit dem Hotelbesitzer verbinden, der freut sich das er um 1:30 Uhr noch mal aufstehen darf um uns reinzulassen, geht aber doch recht schnell, da scheint er keinen langen Weg gehabt zu haben.

Und so sah Heiko denn Tag:

Was soll ich dazu noch sagen. Heike hat schon alles erzählt!

Außer…

Von wegen durchgefahren! Natürlich gab es wieder mal eine Apfelpause am Waldsee und Heike entdeckte mit ihren Luchsaugen einen Eisvogel der smaragdfarben in der Sonne funkelte. Auch hier bekamen wir unsere kurze Regeneinlage. Damit wir uns auch heimisch fühlen konnten. Und ja, wir waren abends mal beim Chinesen wo Heike mir dann ihre seltene Kreuzstäbchentechnik vorführen konnte. Hatte aber ganz gut funktioniert. Natürlich musste sie sich auch gleich dafür revanchieren, dass ich mich über ihre Stäbchentechnik so köstlich amüsiert habe. Und das auf die schlimmste Art, die es gibt. Mit viel Knoblauch in ihrem Essen! Was ich am nächsten Tag leiden musste kann sich gar keiner Vorstellen. Das Frauen immer so nachtragend sein müssen!

Tageskilometer: 39,25 km


7. Tag - Sonnabend 23.08. - Von Wilhelmshaven nach Varel (der Bonus)

Heikes Tag

Auch diesen Morgen lassen wir langsam angehen, wobei ich schon um 6:30 Uhr wach war und hörte, es regnet immer noch L aber ich hatte auch an diesem Morgen noch Hoffnung, schließlich hatten wir doch im großen und ganzen Glück, die letzten Tage hätte es uns noch viel schlimmer treffen können! Also gehen wir 9:00 Uhr zum Frühstück. Der Frühstücksraum hat ein lichtdurchlässiges Kunststoffdach, es ist ganz schön deprimierend wenn es da die ganze Zeit drauf trommelt und nicht das kleinste Nachlassen zu bemerken ist! Alles bummeln hilft nicht, wir müssen doch los, starten um 11:15 Uhr. Meine letzte Hoffnung schwindet an der Rezeption, ich fragte ob er den Wetterbericht kenne und er sagte ja, es wird noch schlimmer und stürmischer L Wir haben uns den kürzesten und Gegenwind reichsten Weg direkt am Deich entlang ausgesucht. Es waren gerade mal 13°C und es war so nass! Unterhalten wollten wir uns auch nicht mehr, nur durch und erst mal ankommen am Bahnhof von Varel! Ich hatte ja zum Glück komplette Wechselsachen inkl. Schuhe in meiner Tasche verstauen können und die sanitären Einrichtungen waren für einen Bahnhof richtig gut, dadurch musste ich nicht so leiden wir Heiko, den ganzen restlichen Tag mit nassen Socken und Schuhen! Es regnete den ganzen Tag weiter. In Osnabrück gönnten wir uns einen warmen Kaffee und ich mir ein heißen Crepes zum Hände wärmen. Kommen spät Abends endlich in BS an und essen Abendbrot beim Japaner.

Und so sah Heiko denn Tag:

Tja, dass war wohl der schlimmste Tag des Urlaubs. Wie Heike schon beschrieben hat bestand meine Hauptbeschäftigung an diesem Tag aus nass sein und frieren. Es ist schon ein einmaliges Gefühl, wenn man merkt, wie einem der Regen so ganz langsam in die Unterwäsche läuft. Bitte nicht nachmachen liebe Kinder! 
PS: Beim Japaner gab es wieder die Kreuzstäbchentechnik zu sehen. 
Aber zum Glück für mich stand diesmal kein Gericht mit Knoblauch auf der Karte!

war, ist Heute strahlender Sonnenschein. Selbst unsere Wanderführerin sagt, dass dies für diese Gegend äußerst selten ist. Die Umgebung ist, wie schon beim letzten Mal, einfach fantastisch. 

Tageskilometer: 23,97 km


Gesamt gefahrene Kilometer: 308,15

 


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