Wanderurlaub auf Teneriffa vom 17.03. - 24.03.

  

Montag 17.03.

Da der Flug von Hannover früh gegen sechs Uhr los ging, blieb mir bei der Anreise mit dem Zug wieder mal nur der Vorabend als Starttermin übrig. Leider fährt nach 24:00 Uhr keine S-Bahn mehr von Hannover Hauptbahnhof zum Flughafen.
Los ging es mit einem kurzen Fußweg zum Braunschweiger Bahnhof im leichten Dauerregen bei ziemlich miesen Temperaturen, was aber die Freude auf den Urlaub nur noch verstärkte.
Am Bahnhof angekommen erklang auch schon eine Durchsage, dass mein Zug mit ca. 20 Minuten Verspätung einfahren würde.
Na Klasse, fängt ja gut an. Aber das Schicksal erbarmte sich meiner und der Zug fuhr pünktlich in den Bahnhof ein und so erreichte ich sogar noch die richtige S-Bahn zum Flughafen.
Durch meine letzten Reisen nach Malta bin ich das "im Flughafen-Übernachten" schon gewohnt. Und irgendwie gehört das schon für mich mittlerweile dazu, um in Urlaubsstimmung zu kommen.
So kam ich dann auch im Cafe mit ein paar netten Leuten aus Göttingen ins Gespräch. Diese waren gerade wieder aus Teneriffa zurück gekommen. Durch sie bekam ich dann auch wieder meine Hoffnung auf das schöne Inselwetter zurück.
Auch wurde ich durch sie schon mal auf die ungemein "netten" Bedienungen in den Restaurants hingewiesen!
Wobei ich im Nachhinein sagen muss, schlimmer als in Deutschland ist es dort auch nicht.
Der fünfstündige Hinflug verlief ohne besondere Ereignisse. Schon beim Anflug auf die Insel kann man das imposante Panorama
des Teide genießen. Weit über den Wolken ist dessen Gipfelkrater zu sehen.
Ankunft auf Teneriffa am Flughafen Süd - Sonne! Und Wüste! Na toll!


 
Der erste Eindruck ist ja nicht so überragend.
Nur die Berge zur Inselmitte geben ein wenig Hoffnung. Anschließend ging es in einer 1,5 Stunden langen Fahrt in den Norden der Insel nach Puerto de la Cruz ins Hotel Marte. Das Aussehen der Insel änderte sich dann aber zum Glück im Verlauf der Fahrt. Je mehr nördlicher man kommt, um so grüner wird es. 
Aber auch das Wetter verändert sich. Aus dem strahlenden Sonnenschein im Süden wird ein wolkenverhangener Himmel im Norden. Aber es bleibt warm.  

Die Ankunft im Hotel erfolgt zu der angekündigten Fahrzeit. Das Zimmer ist recht klein. Das einzige Fenster geht zu einem ca. 3x3m großen Innenhof. Ist aber für den vorgenommenen  Wanderurlaub ausreichend. Ich war ja durch meine Suche im Internet schon auf die Zimmerausstattung vorbereitet. Im Nachhinein betrachtet ist der „Fensterschacht" sogar ein großes Glück. Bei einem Zimmer mit Fenster zur Straße würde man durch den Kneipen- und Straßenlärm glatt durchdrehen










 
Hafenansicht Puerto de la Cruz
Nach einer kurzen Erfrischungspause geht es zum ersten Bummel ab in die Stadt. Angenehm warm draußen. 
Die Strandpromenade ist sehr gut ausgebaut. 
Wie zu erwarten war, sind sehr viele Touristen unterwegs.   

Der Höhepunkt des Stadtbummels ist die begehbare Uferbefestigung. Ein sehr schöner Wellengang. Im Reiseführer steht, dass dort schon öfters ein paar Leute fort gespült wurden. Kann
ich mir jetzt gut vorstellen. Mal sehen ob ich Glück habe. Gegen 16:00 Uhr verschwindet die Sonne unter einer Wolkenschicht. Es wird etwas kühl.  
 

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Hotel geht es gegen 18:00 Uhr zum Essen. Auswahl gibt es reichlich. Lokal lieg neben Lokal. Alt werde ich Heute bestimmt nicht. Nach so einer Nacht, in der man nur sporadisch geschlafen hat. 
Morgen geht es dann zur ersten Wandertour. Mal sehen ob alles klappt.


Dienstag 18.03.

Müde quäle ich mich aus meinem Bett als der Wecker 07:45 Uhr klingelt. Nach einem etwas lauterem Frühstück, wir sind ja hier in Spanien, geht es dann quer über die Straße zum Busbahnhof. Heute will ich mit Christinas-Wandertouren in die Nebelwälder des Anaga-Gebirges wandern gehen.
Pünktlich um 10:00 Uhr geht es mit den öffentlichen los Bussen in Richtung Norden. 5 weitere Leute haben sich auch für diese Wanderung entschieden. Von unserer Wanderführerin erhalten wir erst mal Anweisungen zum richtigen Anstellen. 
Keine Lücke lassen! Und tatsächlich eine etwas ältere Engländerin nutzt schamlos einen mikroskopischen Spalt zwischen uns aus!
Jetzt weiß ich, wie die Engländer die halbe Welt erobern konnten. Durch vordrängeln!

 

Nach einer ca. einstündigen Fahrt mit Umsteigestopp in La Laguna, kommen wir mitten im schönsten Passatnebel am Ausgangspunkt unserer Wanderung, dem Pico de Ingles, an. Christiane, unsere Wanderführerin, zeigt in den Nebel und erklärt uns, was man dort alles sehen könnte! Wohl gemerkt, könnten! Zu sehen ist nämlich nur eine graue Wand.
Dann geht es über einen alten Eselweg runter in Richtung Santa Cruz. Der Weg ist einfach fantastisch. Durch den Nebel gewinnt der Weg nur noch. Die Lorbeerwälder wirkten dadurch irgendwie märchenhafter.  
 
Nach dem wir endlich aus der Wolkenschicht gekommen sind, wird auch der Ausblick auf die umliegenden Berge und Täler immer besser.
Talblick Blick auf Santa Cruz (unser Ziel) Abstieg

Nach ca. 3,5 Stunden Gehzeit endet der Weg an einer kleinen Dorfkneipe mit sehr sehr netten Leuten und sehr kleinen Preisen. Ist eben noch nicht überall Touristengebiet. Von Santa Cruz geht es per Expressbus zurück nach Puerto de la Cruz. Gegen 16:00 Uhr ist der kleine Ausflug wieder zu Ende. Habe gleich noch bei Christiane meine Tour zur Masca-Schlucht für den Freitag gebucht. Da das Wetter in Puerto d la Cruz noch recht gut ist, kurz ins Hotel duschen und umziehen, dann wieder auf die Straße zum bummeln und späteren Abendessen. Mit einem etwas Geschafft-Gefühl geht es wieder zurück ins Hotel und ins Bett. Muss Morgen wieder früher raus. Die nächste geplante Tour soll gegen 9:00 Uhr starten
 

Mittwoch 19.03.

Heute fällt das Aufstehen schon etwas leichter. Obwohl es Heute zeitiger ist als Gestern. Dagegen ist die Frühstücksatmosphäre komplett anders als die von gestern Morgen. Nur ein paar Tische sind besetzt. Wie es aussieht alles Deutsche - Ruhe! 
Erst gegen Ende meines Frühstücks wird der Raum von den Spaniern zurückerobert!

Ich werde Heute mal
Heidi's-Wander-Club ausprobieren. Es soll in die Las Canadas quer durch den Krater gehen.
Die Wandergruppe bleibt Heute mal recht klein. Inklusive Wanderführerin, die übrigens Birgit und nicht Heidi heißt, sind wir zu viert. Hans unser ältester Teilnehmer ist 78 Jahre alt! Respekt.

Mit dem Linienbus geht es direkt in die Berge, Richtung Teide. Nach einer fast zweistündigen Fahrt mit vielen Serpentinen sind wir endlich angekommen. Der heutige Landschaftstyp ist der krasse Gegensatz zur Tour von Gestern. Statt grüne Berge, Wüste wo man hinschaut. 

Im gemütlichen Tempo geht es von der Teide-Seilbahn aus quer durch die Kraterlandschaft. Der Teide dominiert linker Hand immer das Blickfeld. Die Landschaft enthält kaum grün dafür gibt es aber ein unglaubliches Panorama auf die Kraterberge. Und immer wieder der Teide! 

Mit dem Wetter liegen wir Heute auch total richtig. Nachdem wir bei unserer Anfahrt endlich die Wolkenschicht hinter uns gelassen hatten, gab es Sonne satt. Nur der Wind ist etwas kühl. Darf er auch, wir sind schließlich auf 2200 Höhenmeter wandern. Die ich übrigens kaum bemerkt habe. War wohl doch richtig vor ein paar Jahren mit dem Rauchen aufzuhören.

Panorama Las Canadas
 
 
Roque Cinchado undTeide im Hintergrund
 
Panoramasicht auf den Teide
 
Blick auf die südliche Las Canadas mit seinen Lavafeldern
 

Nach ca. 3,5 Stunden Gehzeit sind wir am Ziel. Hotel Parador. Von hier fahren auch um 16:00 Uhr die Busse wieder zurück. Die Buslinie ist übrigens ausschließlich für den Tourismus angelegt wurden. Es fahren nur am Morgen ein Bus hin und einer am Nachmittag zurück. 

Die Rückfahrt verläuft ohne Probleme. Obwohl unser Busfahrer so cool ist, dass er die ganze Strecke nur mit einer Hand fährt. Die Serpentinen mit zwei Händen am Steuer machen ja auch keinen Spaß! Da fehlt dann das gewisse Kribbeln im Bauch. Gegen 17:30 Uhr sind wir wieder am Busbahnhof von Puerto de la Cruz.

Ab ins Hotel duschen, umziehen, dann wieder los. Leider ist die von unserer Reiseleiterin Birgit empfohlene Tapasbar noch geschlossen. Beim Umherwandern entdecke ich ein chinesisches Restaurant. Das ist gut, da fahre ich nach Spanien um chinesisch Essen zu gehen. Essen ist aber sehr lecker. 
Ich bin noch unentschlossen, was für eine Tour ich Morgen mache soll. Nach einer kleinen Flasche Wein und einem Bier habe ich mich endlich dazu entschlossen, nichts zu beschließen! Werde mal eine eigenständige Tour machen.

 


Donnerstag 20.03.

Nachdem ich mich Gestern dazu durchgerungen hatte mal selber was zu unternehmen, kann ich diesen Morgen einmal ganz in Ruhe angehen. Bin ja an keine Abfahrtszeiten gebunden. So stehe ich Heute erst um 08:00 Uhr auf! In Ruhe frühstücken und dann los. Zuvor muss ich aber noch einmal an dem im Hotel aufgestellten Internet-PC meine E-Mails prüfen und ein paar Urlaubsgrüße versenden. Leider funktioniert der am PC eingebaute Kartenleser nicht, so dass ich keine Bilder mitschicken kann. Aber allein der Wille zählt.
Ich will Heute mal die im Rother Wanderführer angegebene Tour von Puerto de la Cruz entlang der Küste zum Cafe Vista Paraiso testen. Sie ist mit 4 Stunden Gehzeit (hin und zurück) angegeben und wird als leicht beschrieben.


Ich will Heute mal die im Rother Wanderführer angegebene Tour von Puerto de la Cruz entlang der Küste zum Cafe Vista Paraiso testen. Sie ist mit 4 Stunden Gehzeit (hin und zurück) angegeben und wird als leicht beschrieben. 
   
 Puerto de la Cruz, Camino de la Costa   
 
Nach etwa einer Stunde Fußweg muss ich sagen, dass ich die richtige Entscheidung für Heute getroffen habe. Der Weg ist zwar ziemlich gut besucht aber der ständige Blick Links aufs Meer oder Rechts zu den wolkenverhangenen Bergen ist einfach fantastisch.

 

Auch der im Buch so viel angepriesene Strand Playa del Bollullo hält den Versprechungen stand.
Leider ist Heute der Wellengang etwas zu hoch, so dass das Baden nicht ohne ist. Macht nichts. Allein den Wellen zu zusehen und zu zuhören macht schon Spaß.

Und weiter geht es auf einem ziemlich abenteuerlichen Küstenweg. Trittsicher sollte man schon sein, ansonsten besucht man die 30m tiefer liegenden Strände in Sekundenschnelle!

Nach einem kurzen Aufstieg und einer kleinen Straßenwanderung, bei der ich von ein paar Spaniern nach irgendeinem Strand gefragt werde (wie kommen die nur darauf, dass ich wüsste wo es hier lang geht?) endet der Weg plötzlich vor einem Eisentor. Hier treffe ich auch die Spanier wieder. Jetzt weiß ich auch, nach welchem Strand sie vorhin gesucht haben!

Links vom Tor geht ein schmaler Weg nach unten zum Strand Playa del Ancon,
rechts geht es in Serpentinen bergauf zum Wanderziel


 
Wie kamen die im Wanderführer nur darauf zu schreiben, dass der Weg leicht ist! Der Anstieg hat es ganz schön in sich.
Oder liegt es vielleicht daran, dass ich Idiot es wieder mal geschafft habe, die steilste Wegetappe genau in die Mittagszeit (viel Sonne, noch mehr Hitze) zu legen.


 

 
Am Ziel angekommen wird man aber auf jeden Fall durch den fantastischen Blick von der Terrasse des Cafe Vista Paraiso und einem kühlen Dorada für alle vorherigen Aufstiegsanstrengungen entschädigt.
Jedenfalls war der Rückweg vom Cafe Paraiso bei Weitem nicht mehr so anstrengend. Und da ich so gut am Absteigen war bin ich gleich schnurstracks am vorhin erwähnten Eisentor vorbei und weiter hinab zum Playa de La Ancon. Nette kleine Strandbucht. Der Weg zurück zur Straße hatte natürlich mal wieder extrem länger gedauert.Total verschwitzt an der Straße ankommen, erwarteten mich schon wieder die nächsten Spanier um nach dem Weg zu fragen. Diesmal konnte ich ihnen besser helfen, denn jetzt wusste ich ja wo ich war und auch zu welchem Strand sie wollten. Bloß mit der Verständigung gab es ein paar Probleme.
 
Playa del Ancon

Ansonsten verlief der Rückweg ohne besondere Zwischenfälle. So gegen 16:30 Uhr war ich wieder zurück in Puerto de la Cruz, wo ich am Strand von Martianez eine längere Pause einlegte, um noch die schöne Nachmittagssonne zu genießen. Außerdem musste mein T-Shirt noch etwas abtrocknen bevor ich durch die Stadt zum Hotel konnte.

Dann im Hotel wie immer. Kurz duschen, umziehen und wieder los zum Essen. Heute gibt es gegrillte Sardinen. Lecker. Vor allem die beiden Mojo-Saucen.
Ich habe vorhin noch einmal bei Christiane angerufen und mir die Wanderung für Morgen bestätigen lassen.
Will deshalb heute etwas zeitiger ins Bett. Morgen geht es schon um 06:30 Uhr raus.


Freitag 21.03.

Ich bin heute Morgen schon vor der Zeit wach. Wer mich kennt, weiß dass das schon an ein Wunder grenzt!
Es könnte aber auch an dem Hotelbett liegen, was mir langsam aber sicher Nackenschmerzen verursacht.
Na ja, wenigsten war ich um diese Zeit der Erste beim Frühstück. So was habe ich auch noch nie geschafft! Beginne den Tag also gleich mit zwei persönlichen Rekorden. Und auch das nächste Highlight wartet schon. 

Obwohl es in Puerto de la Cruz kurz etwas nieselt,ist der Teide wolkenlos und wunderbar über dem Busbahnhof zu sehen. Dies ist das erste Mal seit ich hier bin.

Heute werde ich wieder mit Christianes-Wandertouren meine Wanderung unternehmen. Es geht zur Masca-Schlucht. Laut allen Reiseführern ist dies das "muss-man-gesehen-habe"-Erlebnis" auf Teneriffa.
Deshalb ist unsere Wandergruppe ist Heute etwas größer. Wir sind zu zehnt. Die Busfahrt dauert mit Umsteigen in etwa 2 Stunden. Bietet aber zum größten Teil einen schönen Ausblick aufs Meer oder die Berge. Nach dem Umsteigen in Buenavista del Norte geht es mit einem kleinen Bus immer in Serpentinen hinauf ins Tenogebirge.

 
Grandiose Aussichten! Der Blick vom Bus aus auf das Dörfchen Masca ist umwerfend. Leider hält er nirgends, so dass man kein Foto machen kann. In Masca selber gehen wir erst ma l zum Kaffee trinken. Ja, auch die örtliche Gastronomie will leben.

Heute sind zum größten Teil Canaries unterwegs. Es ist Karfreitag und da nutzen die Einheimischen die Zeit zum Ausflug. Und das teilweise mit Kind und Kegel.Da wir in einem sehr gemütlichen Tempo gehen, mit vielen Pausen zum Erklären von unserer Wanderleiterin Christiane, werden wir ständig von anderen Wandergruppen überholt. Gegen halb elf geht es endlich los mit dem Abstieg in die Schlucht. Ist wirklich einzigartig. Und dass den ganzen Weg entlang. 
 

Christiane fragt uns unterwegs warum wir so ruhig geworden sind. Wir sind eben alle Genießer und lassen den Weg in Ruhe auf uns wirken.
 
Als wir im unteren Drittel der Schlucht ankommen, begegnen wir etlichen Leuten die mit uns in Masca ausgestiegen sind und sich schon wieder auf dem Rückweg befinden.
Unserer Gruppe reicht es vollkommen aus, nur hinunter zu kommen. Immerhin sind wir ca. 600 Höhenmeter nach unten gegangen. Die muss man nicht unbedingt wieder nach oben!

Der Masca-Strand ist nach der grandiosen Schluchtenwanderung eher enttäuschend. Nur Steine und total voller Leute die dort auf ihre Boote warten. Christiane hat für uns Plätze in einem dieser Boote reserviert. Das Boot holt uns pünktlich um 16:20 Uhr ab und bring uns nach Los Gigantes.
 
Endlich am Ziel
 
Bootsanlegestelle Masca-Strand
 

Ein typisches südliches Touristenstädtchen. Hat aber die höchste Sonnengarantie auf Teneriffa.
Nach einer kurzen und verdienten Einkehr in eine Bar am Hafen geht es wieder per Bus zurück nach Puerto de la Cruz.
Natürlich wieder quer über das Tenogebirge. Dies ermöglicht mir noch einmal ein paar sehr schöne Ausblicke auf die Gebirgslandschaft.

Aber die Reise soll noch nicht zu Ende sein. Wenn schon unterwegs, dann richtig! Erst stehen wir eine gute halbe Stunde von Santiago del Teide, weil dort eine Osterprozession stattfindet (nicht mal den Teide kann man richtig sehen, da wolkenverhangen) und dann gibt auch noch unser Bus auf der Hälfte der Strecke den Geist auf. Uns Fahrgästen fällt zwar nichts auf, aber der Busfahrer meint es geht nichts mehr. Also umsteigen in den nächsten Linienbus. Eine Weile geht alles ganz gut. Plötzlich piepst ständig das "Stopp-ich-will-aussteigen" -Signal. Der Fahrer rennt zwar ein paar Mal durch den Bus hin und her und drückt dabei sämtliche Schalter. Hilft aber alles nichts. Das Signal bleibt ständig an. Also müssen wir ab jetzt an jeder Haltestelle langsamer werden. Es könnte ja jemand aussteigen wollen.

Kurz vor 20:00 Uhr sind wir endlich wieder am Busbahnhof. Eine Stunde später als geplant. Ich entscheide mich sofort spontan dazu, Morgen keine größere Tour zu machen. Dann wie immer schnell ins Hotel duschen, umziehen und los. Natürlich sind jetzt fast alle Restaurants voll.
Auf der Hälfte des Weges werde ich durch die örtliche Osterprozession aufgehalten. Die machen natürlich extra langsam. Die wissen bestimmt, dass ich jetzt mächtigen Hunger habe. 
 

   
 
Also ende ich wieder in dem Lokal, in welchem ich schon am Dienstagabend war. Ich wollte eigentlich jeden Tag ein neues Lokal ausprobieren. Es gibt ja genug in dieser Stadt. Aber die Gewohnheit und die Osterprozession siegten!



Sonnabend 22.03.

Wie Gestern schon beschlossen möchte ich Heute mal nichts Großes unternehmen. In meiner Teneriffa-Karte ist ein kleiner Wanderweg von Puerto de la Cruz in Richtung Westen eingezeichnet.
Entweder diesen Wanderweg oder aber.... Aus meinen Reisebroschüren lächelt mir noch ein Prospekt vom Loro Parque entgegen.

Beim Frühstück setzen sich ein paar andere Hotelgäste mit zu mir an meinen Tisch. Aus unserem Gespräch erfahre ich, dass

sie auch schon diese beiden Möglichkeiten ausprobiert haben. Beide sollen sehr schön sein.
Na toll! Muss ich mich doch selber entscheiden. Der Park liegt näher und eine Orca-Show habe ich auch noch nicht gesehen. Also ab in den Loro Parque.
Dort angekommen, zieht erst mal der Eintrittspreis einem die Schuhe aus. 30 Euro pro Person! Der Park selber ist aber wirklich sehr schön aufgebaut.


Ich selbst habe mir die Seelöwen-, Delphin- und die Orca-Show angesehen. Sie sind Klasse gemacht. Vor allem bei der Orca-Vorführung werden die ersten Ränge ordentlich nass gespritzt. Man kann zwar dafür extra Regenjacken kaufen, aber ein paar Leute scheinen auf einen Nasse-Shirt-Wettbewerb aus zu sein! Schade, man hat wohl vergessen den Frauen zu sagen, dass so ein Wettbewerb immer ohne BH stattfindet! Deshalb werden mir leider keine Zusatzaussichten geboten.

Seelöwen-Show
 
                   Delphin-Show
 
Delphin-Show
 
 Orca-Show
 
                   Orca-Show
 
 Orca-Show
 
  Aber auch die sonstigen Tiergehege sind recht gut gemacht. Im Planet Pinguin wird man per Laufband um ein 180 Grad Gehege gefahren und im Aquario durchquert man das Haifischbecken mittels eines Unterwassertunnels.
 Pinguin-Haus
 
  Aquarium
 
Leider bin ich nicht der Vogelkenner, so dass die Hälfte der vorgezeigten Tiere für mich nicht den großen Unterhaltungswert haben. Aber alle Papageienfreunde kommen hier voll auf ihre Kosten. Doch auch so habe ich dort ca. 6 Stunden zugebracht.
 

Beim Verlassen des Geländes musste ich mit Entsetzen feststellen, dass ich in der Zwischenzeit über 140 Fotos geschossen habe. Muss jetzt erst mal in Ruhe in ein Cafe gehen, um die erste Sichtung der Fotos vorzunehmen.
Unter entsetzlichen Qualen trenne ich mich von etwa 20 Bildern.

Ansonsten verläuft der Rest des Tags wie jeden Abend. Erst mal wieder ins Hotel, umziehen und dann ab zum Essen. Werde heute mal wieder etwas zeitiger in Bett gehen da ich Morgen noch mal eine Wandertour mitmachen möchte.



Sonntag 23.03.

Heute ist nun mein letzter Urlaubstag auf der Insel angebrochen. Ich hatte gestern Abend, nach dem Heimkommen ins Hotel, noch schnell nach meinen Abholzeiten für den Rückflug gesehen. Dort stand eine ganz schreckliche Uhrzeit! 06:40 Uhr soll ich zur Abholung bereit stehen. Das ist ja noch vor dem Hinlegen!

Aufgrund dessen beschließe ich Heute noch mal eine richtige Wanderung mit zu machen, anstatt der schon geplanten leichten Tour nach Garachico.
Mit dem Wanderunternehmen Mariposa geht es Heute gegen 09:00 Uhr noch mal ab ins Anaga-Gebirge.
Außer mir haben sich noch drei andere Wanderer für diese Tour entschieden, so dass wir inklusive Wanderführerin zu viert sind. Wobei einer von uns diesen Weg schon einmal gelaufen ist. Ist also ein Wiederholungstäter dabei.
 

Die Tour geht in mitten des Lorbeer-Waldes los. Immer um die Schluchten bis hinunter nach Punta del Hidalgo.
Das Ziel vor Augen (Ganz hinten)
 
 
Das Wetter spielt Heute auch noch mal richtig mit. Im Gegensatz zum letzten Dienstag, als ich schon einmal hier in dieser Gegend war, ist Heute strahlender Sonnenschein. Selbst unsere Wanderführerin sagt, dass dies für diese Gegend äußerst selten ist. Die Umgebung ist, wie schon beim letzten Mal, einfach fantastisch.
 
  Panorama auf Batan de Abajo
 
Anaga-Gebirge
 
Und als Höhepunkt gibt es auf dieser Tour noch einen 40m langen Tunneldurchgang (mit Taschenlampe, wie aufregend), sowie die teilweise Wanderung in einem stillgelegtem Wasserkanal. Dieser Kanal geht immer direkt an den Bergwänden entlang. Links Felswand und rechts der Abgrund. Ein bisschen Abenteuerstimmung kommt da doch schon auf. Mich erinnert das ein wenig an meine Levadas-Wanderungen auf Madeira.
 
  

 
Pünktlich, kurz vor der Abfahrt des Busses, um 15:00 Uhr kommen wir in Punta del Hidalgo an. Dann geht es wieder entlang der Nordküste nach Puerto de la Cruz. Die Temperatur hat sich in der Zwischenzeit merklich abgekühlt (schätzungsweise 18 Grad). Die Insel will mich wohl schon auf das Wetter Morgen in Deutschland einstimmen. Habe vorhin die Nachricht bekommen, dass es dort Heute geschneit hat.

Ich muss sagen, dass nach dieser Woche Wandern auf Teneriffa, für mich das Anaga-Gebirge bis jetzt das schönste Wandergebiet auf der Insel ist. Natürlich habe ich in der einen Woche bei Weitem noch nicht alles gesehen. Aber die grünen Berge und die abgelegenen kleinen Dörfer, dass hat schon was. Später in Puerto de la Cruz geht es wie jeden Abend erst mal wieder ins Hotel zum frisch machen, umziehen und wieder los zum Abendessen. Eigentlich wollte ich Heute in eine bestimmte Tapas-Bar, die mir jemand bei der Masca-Wanderung empfohlen hatte. Aber leider ist diese am Sonntag geschlossen! Dabei sah die Speisekarte so viel versprechend aus.

Auf der Suche nach einem andern Lokal (es gibt ja so wenige hier) entdecke ich eine kleine Nebenstraße in der es gleich sechs Stück innerhalb eines Radius von 10m nebeneinander gibt. Spontan entscheide ich mich für eins mit einem guten Fischangebot und vor allem mit innen liegenden Tischen. Ich sollte es nicht bereuen. Nur der halbe Liter Hauswein macht einen ein bisschen dösig. Nach diesem leckeren letzten Abendmahl geht es wieder zurück in Richtung Hotel. Natürlich mit einen kleinen Umweg über das nächste Cafe, um noch ein oder zwei Barraquitos mitzunehmen. Oh, wie diese vermissen werde!



Montag 24.03.

Kurz nach dem Einschlafen, um 05:40 Uhr, klingelt der Wecker. So, jetzt geht es zurück in die kalte Heimat.

Der Transferbus zu Flughafen kommt sogar pünktlich. Zusammen mit noch zwei anderen Gästen aus meinem Hotel habe ich die Ehre, die ersten Einsteiger zu sein. So kommen wir in den zweifelhaften Genuss, noch mal alle Nebenstraßen in und um Puerto de la Cruz kennen zu lernen. So beläuft sich unsere endgültige Fahrtzeit auf über 3 Stunden. Natürlich ist es durch die verspätete Ankunftszeit auf dem Flughafen etwas hektisch geworden. Und wie immer erwische ich die Reihe am Check-In, an dem es am Längsten dauert. Leider wissen die andern Fluggäste nichts von meinem Talent immer die langsamste Schlange zu finden, und stellen sich fleißig hinter mir an. Endlich, eine geschlagene Stunde später, habe ich es geschafft und befinde mich am Abflug-Gate. Natürlich startet unser Flieger mit einer halben Stunde Verspätung. Hätte also ruhig noch etwas länger am Check-In stehen können! In der Flugzeugdurchsage zum Wetter in Deutschland werde wir schon mal auf die 2 Grad und den frisch gefallenen Schnee eingestimmt. Ein Stöhnen geht durch den Flieger. Und tatsächlich, gerade in Hannover gelandet, fängt es auch schon wieder an zu schneien. Ansonsten verläuft die restliche Heimreise ohne besondere Probleme.

Erste dringende Tätigkeit beim mir zu Hause - Heizung an!!

Abschließend möchte ich sagen, wer meiner Meinung nach nur zum Baden nach Teneriffa fährt, der hat das Beste an dieser Insel verpasst. Auch von der Nordseite der Insel bin ich nicht enttäuscht worden.
Zwar ist hier das Wetter gegenüber dem Süden immer etwas schlechter, dafür hat man aber von hier aus die besseren Möglichkeiten zum Wandern.

Teneriffa – jeder Zeit wieder!

 

Links zu weiteren Wanderunternehmen auf Teneriffa:




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